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Montag, Januar 30, 2012

Steve Jobs ist zurück!

Mir ging ja der Steve Jobs Hype auf die Nerven als er noch gelebt hat. Nun ist er der Marketingmensch, nicht der Techniker hinter Apple gewesen und Marketing ist sicher eine Kunst. Aber ihm laufend in der Presse Erfindungen zuzuschreiben, die andere lange vor Apple gemacht haben, nervt irgendwie schon. Ich hatte schon 1999 einen HDD-MP3-Spieler mit 20GB Festplatte, aber tata(!), Steve Jobs hat Anfang der 2000er den Festplatten-MP3-Spieler erfunden. Das Smartphone hat er auch erfunden, dabei hatte ein Kollege schon 1998 oder so ein riesiges Nokia-Communicator-Ding zum Aufklappen mit Internet und allem Tot und Teufel. Den Tablett-PC hat er erfunden, hört man jetzt. Dabei war meine Frau 1999 Produktmanager auf Taiwanseite für eines der Microsoft-Origami-Projekte, ein an Privatkunden gerichteter Tablett-PC, lange bevor das iPad auch nur ein Glimmen in des Augen von Steve Jobs war. Aber okay, okay, nu isser tot also hat er wahrscheinlich auch den Erzengel iGabriel erfunden, von mir aus.

Trotzdem war selbst ich verblüfft über einen Werbespott hier im Taiwanfernsehen am Wochenende. Ein hagerer grauhaariger Taiwaner mit grauem Stoppelkinn, in schwarzem T-Shirt und mit Blue Jeans im typischen dunklen Bühnenambiente präsentiert ein sog. "Action-Pad", einen Tablettcomputer. Und hat Heiligenschein und Engelsflügel und macht offensichtlich einen auf jenseitigen Steve Jobs. Was Apple wohl dazu sagt?

Hier ist ein Bericht über eine ähnliche Campagne der selben Firma, nur hat der Steve her keinen Kinnbart und ist jünger und Heiligenschein und Flügel fehlen auch. Wahrscheinlich ist sonst auch einiges verkümmerter an ihm als beim Original: http://plogspot101.blogspot.com/2012/01/new-fake-steve-jobs-lookalike-in-taiwan.html

Und ja, Marketing ist auch eine Kunst. Mein alter HDD-MP3 war ein bisschen schwer und hässlich, der Origami-Tablett-PC hatte einen zu kleinen Schirm, war heiß und schwer und hat manchmal sogar streng gerochen (wenn er heiß war). Zu früh auf den Markt gekommen halt. Und der Nokia Communicator war ewig kaputt und groß und schwer fast wie ein Ziegelstein. Apple verfeinert schon existierende Produkte und hat dann Erfolg, den die Fast Mover nicht haben. Auch eine Kunst.

Und nein, den Mauscomputer haben sie nicht erfunden. Das war Xerox mit dem LISA, der hatte einen Desktop und eine Maus und sie haben das Konzept an Apple verkauft. Und mein Atari ST damals müsste noch eher auf dem Markt gewesen sein. Aber wieder hat ihn Apple erst richtig vermarktet und dann hat ihnen Billy Boy Gates den Wind aus den Segeln genommen, damals als Microsoft noch jung war. Never mind. Wenn Bill Gates mal stirbt, haben wir hier x Brillenschlangen im Fernsehen die uns Zeug "bettel than Miclosoft" verkaufen wollen. Ich wünsche ihm ein langes Leben.

Freitag, Januar 27, 2012

Star Trek Urlaub

Habe die Tage mit Star Trek Fanproduktionen zugebracht, bis die Festgplatte verraucht ist. Star Trek Phase II alias New Voyages mit Laiendarstellern statt Shatner, Nemoy, Koenig etc. Gut, die eine Gay-Petting -Szene in "Blood and Fire" habe ich nicht weiter übel genommen, man kann vorspulen und es gab auch reichlich die guten alten Ohura-Miniröcke. Bei Starship Exeter gibt es die auch (Bild) und bei Starship Farragut ebenfalls, allesamt Fanproduktion die dem original-StarTrek TOS bestimmt um nichts nachstehen. Gut, die erste Folge von den Farregut-Jungs und Mädels und die Nullfolge von New Voyages sind eine Lainenspielerschar mit Besen im Hemd, aber die muss man sich ja nicht ansehen, die späteren Folgen sind besser. Leider haben Farregut und Exeter jeweils nur zwei gemacht.

Leutnant Ohuras Kollegin von der USS Exeter. 


Star Trek-Schöpfer Gene Roddenberries Vision von einer Menschheit, die den Kapitalismus überwunden hat, mit fremden Rassen friedlich zusammenlebt und massenhaft Miniröcke hat, hat mich voll in seinem Bann. Nett auch "Star Trek of Gods and Men", eine Fortsetzung der Folge "Charlie X" gedreht von und mit original Star Trek - Darstellern. In die Bittorrent - Suchmaschine aber bloß nicht ohne das "Star Trek" eingeben, sonst kommt irgendso ein Mist mit französischen Mönchen, die in grauen Kutten herum palavern. Gruselig.

HDD-USB Festplatte verreckt, gefälscht?

Vor zwei Jahren oder so habe ich mir bei Amazon eine USB-Festplatte bestellt, 500GB, PALLADIUM stand glaube ich drauf (keine Lust sie jetzt aus der Textilhülle zu pulen) und die geht noch immer. Ist das nicht die Neckermann Hausmarke. Habe ich beim Heimaturlaub mit nach Hause nach Taiwan genommen. Ist es dumm eine in China hergestellte Festplatte teurer in Deutschland zu kaufen und mit nach Little China zu nehmen?

Wohl nicht. Frau tadelte mich ob des zu teuren Kaufs, sagte "das gibt es hier in Taiwan doch billiger". Wir bestellten dann zwei 640 GB-Platten von einem Taiwanversand, kosteten nur 3/4 der "deutschen" Festplatte. Und kamen in schnuckeligen scheinbaren Sony VAIO-Gehäusen mit dem charakteristischen Schriftzug. Außen rum hatten die USB-Platten nur eine No-Name-Pappbox als Verpackung, hatten angeblich Toshibaplatten innen drinnen in den Vaio-USB-Gehäusen (nachgeprüft beim öffnen), sind aber heute beide schon kaputt. Wirklich Toshiba gewesen oder stand es nur drauf? VAIO war es ja wohl auch nicht. Über die Feiertage versagte meine, die von Frau ging schon ein paar Monate vorher über den Datenhorizont, weil sie sie in ein Notebook eingebaut hatte.

Und die PALLADIUM geht immer noch. In Taiwan bekommt man oft Abfall mit hübschen Markennamen drauf, manchmal vom Orginalhersteller, der hier in Asien eine billigere Fabrik hat, manchmal sind es einfach Fälschungen. Oder einfach B-Ware. Ich glaube, ich bestelle mir gleich wieder eine Platte bei Amazon.de...

Dienstag, Januar 24, 2012

Von wegen kleineres Auto...

Meine Frau sagt immer, wir brauchen keinen so großen SUV (den alten Nissan X-Trail) mehr und will neuerdings einen Nissan March haben. Der hieß glaube ich mal Micra in Deutschland, ohne mich jetzt zum Spezialisten für internationales Kleinwagenumlabeln erklären zu wollen. Nur wie das dann gehen soll möchte ich mal wissen. Solange Frau und ich alleine unterwegs sind okay, aber vorgestern waren wir im Roadies, dem Lokal des amerikanischen Marineoffiziers im Ruhestand (http://zh-tw.facebook.com/pages/Roadies-Sammy-Ds-Diner/168308706548507) [Anmerkung: ich hätte mich NIE und NIMMER zur Ruhe gesetzt, wenn ich so eine Uniform hätte haben können, wow!]. Junior, Frau und Schwiegermutter und Familienmitglied honoris causa "D-d" waren mit. Während ich käseüberbackenes Burgersteak (köstlich mit Käse drüber), Quesadillas, Rindfleischstreifen auf Salat und einen gigantischen Schaschlikspieß in mich hinein manövrierte, nippte D-d wieder nur an de Grünzeug rum und bekam kaum einen Rindfleischstreifen (perfekt Medium) herunter. Kein Wunder, wenn der SPIEGEL dann wieder Taiwan als Hungergebiet auf der Weltkarte einfärbt wie neulich schon mal, weil die Leute im Vergleich zu uns Teutonentonnen zu geringes Gewicht haben. D-d hat eine so schmale Taille, den könnte eine deutsche Neunjährige mit einer geraden Linken aus den Schuhen hauen. Nicht dass das notwendig wäre bei seinem sanften Wesen.

Seinen Schaschlickspieß haben wir eingepackt und dann ging es zurück über den Highway nach Taipei. Junior schlummerte milchseelig im Kindersitz, Schiegermama und D-d auf der Rückbank und Frau auf dem Beifahrersitz. Vor lauter gleichmäßigem Atmen wurde mir auch schon schläfrig, aber mit zwei großen Kaffees hatte ich vorgesorgt und steuerte das Auto nach Hause. Hinten noch der Kinderwagen drin im Laderaum - und Pizza und Hacksteak fürs Abendessen - was sollte das mit einem kleineren Auto werden?

Und heute Einkaufstour bei Tesco, Frau kauft für 15.000 NT ein (gut, ich habe Riesling, Salami, Brot, Käse, massenhaft Süßigkeiten und Käserindfleischrollen eingepackt) und dann war der Wagen erst voll. D-d und Schwiegermutter hatten eine Warenkiste auf dem Schoß und Frau den Kinderwagen vorne am selben Platz, denn hinten war alles mit Kisten und Kasten zu. Nissan Micra? Nie und nimmer!

Habe D-d nur selten den Einkaufswagen schieben lassen. Dünn wie er war sah das irgendwie wie Folter aus mit dem vollen Wagen. Nicht, dass da was durchbricht. Man hat wirklich ständig das Bedürfnis ihn zu füttern, schmächtig wie er ist. Gestern Abend hatte er dann in Wasser gekochten Grünkohl und wässrigen Reis dazu, während ich Pizza, Tacos und noch ein paar Schokokse zum Abendbrot hatte. Und ein paar Scotch zur Verdauung hiterher. Mann, was soll das werden mit D-ds Popsängerkarriere? Die Leute erschrecken sich doch, wenn er hinter dem Mikro steht und die Stimme aus dem scheinbaren Nichts kommt....

Montag, Januar 23, 2012

Politiker (entschuldigen Sie das schmutzige Wort)

Kleiner Schock beim Nachrichtenlesen. In den 80ern war ich mal bei den Jusos. Und bin mehr oder minder rausgekegelt worden (jedenfalls als Redakteur eines Juso-Unterbezirksblattes), weil ich es wagte, die damals noch realsozialistische DDR als Diktatur zu bezeichnen. Das war damals unbeliebt bei den Jusos, wohl auch weil unser Unterbezirksvorsitzende eine DKP-Freundin hatte. Alles recht lustig im Nachhinein und fast längst vergessen. Einer der zwei anderen Kaderchefs unseres Unterbezirks war ein gewisser "Anton Werkbank". (Name geändert). Ein ganz strikt auf Jusolinie schwimmender, der mit zusammen mit seinem Kumpel immer vorbetete wie falsch ich liegen würde und auch die DDR seine eine Demokratie wie die "BRD" etc,

Und heute hat er einen sehr hohen Posten auf Landesebene, lese ich in den Nachrichten. Und will Bundespräsident Wulff verklagen. Grins, da wird mir Herr Wulff glatt sympatisch.

Lassen wir den alten Mist ruhen, aber schon erschreckend, wer sich heute zu den Spitzenpolitikern zählen kann. Im Chateau Bellevue oder auch anderswo. Was ist das für ein Volk das solche Leute als ihre Repräsentanten hat?  Hmmm... ist mir mittlerweile auch schnurzpiepe. Ich gehe gleich rüber zu Schwiegermutter und wir essen aus dem Roadies mitgebrachte Pizza und Burger. Nachbarsjunge D-d ist auch wieder dabei, der ist ja auch dünn genug.

Over and out,

Commande Rodriguez,
Partei des Institutionalisierten Gagaismus

[Nie und nimmer trete ich da wieder ein. Oder nur wenn dch ein paar Gratisgutscheine und Urlaubsreisen kriege, gacker. Schön, dass ich damit nichts mehr zu tun habe.]

Sonntag, Januar 22, 2012

Chinese New Year, Jahr des Drachen

So, gezz haben wir hier ein paar Tage frei, inklusive Wochenende 10 oder so. Ich muss jetzt rüber zu Schwiegermama. Großes Familiendinner mit Gefrierkost aus den kleinen 24h-Supermärkten namens Seven-Eleven, mit denen ganz Taiwan zugepflastert ist. Hoffentlich nicht die Hühnerfüße. Hamburger darf ich diesmal nicht essen sondern nur das Familienessen, sagt meine Frau. Wie könnte ich ihr widersprechen, wo doch jetzt das Jahr des Drachen anfängt. Na ja, ist nicht das erste für mich. Jahreszahl ist nicht 2012, obwohl die Taiwaner die auch verwenden, sondern 101 nach taiwanischer Zeitrechnung, weil 1911 die Republik China in Nanking, China, gegründet wurde, die dann 1949 auf die Insel Taiwan flüchtete, die ganze Republik, wo sie noch heute existiert. Nach 22 Uhr bin ich dann Entlassen von Chinesifizieren mit La Familia, dann wird die ganze Nacht durch geknallt und die ganze nächste Woche 24h am Tag, Flasche Ballantines Blended Malt Scotch Whisky steht bereit, da kann nichts schief gehen. Die Menschen hier haben draußen überall ihre Feuereimerchen, in denen sie Geistergeld verbrennen, Verwandten gibt man rote Umschläge mit Geld drin und alle sind irgendwie noch aufgekratzter und hibbeliger als sonst. Autofahrer sind aggressiv und rabiater als sonst, unten hat eben einer 10 Minuten Dauerhupen gemacht, weil er nicht aus der Parklücke raus gekommen ist. Kunststück, die Parklücken sind alle nur so für Kleinwagen geeignet und wenn überall alle einen halben Meter auf die Straße hängen vorne und im rechten Winkel zur Fahrbahn parken, kommt man schlecht raus. Als dann der andere Fahrer kam um für ihn wegzufahren, hat er dem fröhlichen Anlass entsprechend auf den anderen eingeschrien und gedroht. Chinese New Year sind die Autofahrer hier besonders liebenswürdig. Ich gehe also gleich gaaaanz vorsichtig rüber zu Schwiegermama und freue mich auf das Fernsehprogramm mit WOA EI NIE (Ick liebe Dir), gesungen von stupsnäsigen Jünglingen, auf das dann alle bis 22 Uhr starren und dabei sechs Gespräche gleichzeitig führen, jedes Gespräch etwas lauter als das numerisch vorhergehende. Ob die merken, wenn ich den Whisky gleich mitnehme?

Also frohes Chinesisches Neujahrsfest und guten Rutsch ins Jahr 101, hier in Taiwan, wo wir schon 5000 Jahre Kultur haben, aber nur eine dreistellige Jahreszahl.

Mittwoch, Januar 18, 2012

Ab in den Chinatown

Nun sollte man ja meinen, ich hätte von Chinatown genug, irgendwie ist ja das chinesisch-kulturell dominierte Taipei ein riesiges Chinatown. Aber was mache ich, wenn ich in Kanada bin? Chinatown suchen, neulich in Vancouver, British Columbia. Da ist man noch richtig britisch, der Reiseführer auf der Bustour war stolz auf seine schottische Herkunft, erklärte wo die Queen immer absteigt und so weiter. Übrigens sind sehr viele US-Fernsehserien und auch Kinofilme in Vancouver und Umgebung gedreht, denn es gibt steuerliche Subventionen, sie haben schneebedeckte Gipfel gleich neben dem Meer, Wüste 100 Meilen entfernt und beschaulich ländliche Umgebung, die aussieht wie Kansas. Ich fand sogar ein Fleckchen, da sah es aus wie in Laatzen, Niedersachsen in der Leinemasch. Alles da in Kanada. "Fringe" drehten sie gerade als wir vorbei fuhren. Aus der Serie bin ich schon längst ausgestiegen, zu bizarr für einen vernünftigen Menschen wie mich. Hust.

Mit Bürgersteigen überall, ohne 100 geparkte Mopeds auf 20 Meter und ohne 40 Fressbuden sieht eine Großstadt irgendwie hübscher aus. Man vermisst die vielen Fressbuden und Seven-Eleven Taiwans allerdings beim Essenkaufen. Immer 30 CAD oder mehr im Restaurant und nicht 125 NT wie in Taiwan. Und ohne Auto wurden mir die Füße platt auf dem Weg zum nächsten Seven.

Hübsche Küstenlinie mit Bergen und Bucht, irgendwo hinter der Bürste da. Mein Interesse galt jedoch Chinatown. 

Zunächst mal die Feststellung, das es auch in Kanada komische Dinge gibt. Das Auge bleibt sofort hängen am.... Fegeblech. Warum trägt der Herr zur Linken Handfeger und Fegeblech? Für zerbrochene Brillengläser? Mittelklick im Firefox vergrößert das Fegeblech.
Doch wir haben keine Zeit das länger zu ergründen, schließlich suchen wir Chinatown.
Hier standen plötzlich in Kapuzen gehüllte Gestalten vor einer dieser Seitengassen mit Liefereingängen. Die, wo in den US-Filmen immer Serienkiller, schwarze Gangs, Drogenhändler oder Werwesen herumlaufen. Da die Drogenstraße in der Nähe von Chinatown lag (Chinatown hatte dort die erste Opiumhöhle eröffnet, die bis 1911 legal war, wenn ich mich recht erinnere), musste ich in der Nähe vom allerdings friedlichen Chinatown sein. In Vancouver gibt es übrigens ein ganzes Fabrik- und Geschäftsviertel, das praktisch nur mit chinesischer Schrift bepflastert ist und auch das Unternehmen, das ich in Kanada besucht habe, war Chinesisch. Noch mal zu den Kapuzenmännern. Einer von denen blubberte immer etwas vor sich hin, obwohl niemand in der Nähe war. Ich dachte immer, er redet in ein Bluetooth-Headset. Bis ich merkte, dass er ständig etwas von JESUS murmelt. Ist doch toll, dass er das auch ohne Headset kann. Und mit meinem Handy kriege ich nie Jesus an die Strippe, da ist er klar im Vorteil.

Ha! Chinatown gefunden!


Wie immer vergrößert der Mittelklick mit Firefox. Das Wandrelief erklärt "How to Chinatown". Unter anderem muss man Kinder zeugen, Häuser bauen, im Anzug am Schreibtisch sitzen und einen Pandabären braucht man auch noch.

Die VR-China-Letue hätten die letzten Jahre Chinatown übernommen und seither sei das Nachtleben futsch und "der Club da an der Ecke" ist geschlossen und um 18 Uhr werden die Bürgersteige hochgeklappt, sagte mein Reiseführer traurig. 


Hätte ich mir selbst das Hotel ausgesucht, wäre ich bestimmt hier gelandet und würde mich jetzt noch kratzen, wie damals nach dem Indientripp. Brrrr. Diesmal hatte ich ein gutes Casionohotel. Am Wochenende voll mit Chinesen, die dort spielten. Und ich wurde immer im Fahrstuhl von anderen Gästen gefragt, ob ich Glück im Spiel gehabt hatte, wenn ich vom Kundenbesuch zurück kam. Grummel.

Da! Ein Bekannter! Dr. Sun Yat-Sen, Gründer der Republik China 1911, die mitsamt seinem Nachfolger Chian Kai Chek 1949 auf die Insel Taiwan geflohen ist, wo ich noch heute meine Steuern hin zahle. Das ist der Mann von den taiwanischen 100 NT-Scheinen.

Toller chinesischer Garten. 


Wenn die neuste Geschäftsidee meiner Frau funktioniert, wird so mein Vorgarten aussehen. Aber sicher reicht es am Ende wieder nur zur Topfpflanze mit Plastikbuddha. 

Grummel.

Dienstag, Januar 17, 2012

Ab sofort: Ludigel religiös

Ich wollte eigentlich einen Beitrag über meine Reise ins Chinatown in Vancouver, British Columbia, Kanada, schreiben und war gerade dabei meines Fotos zu sichten, da fällt mir das Foto eines Kriegerdenkmals ins Auge, auch aus Vancouver, das ich auch an dem Tag fotografiert hatte. Mal eben die Kontraste korrigiert, weil das Originalfoto etwas neblig-diffus war wegen des Wetters und da passiert es....


Bang, da ist es passiert. Jetzt bin ich christlich-religiös geworden durch mein eigenes Foto. Im Firefox vergrößert der Mittelclick, aber Atheisten sollten besonders vorsichtig sein, vor dem Klick bitte das Kirchensteuerformular bereitlegen.

Ne mal ehrlich, da bin ich fast vom Bürostuhl gekippt nach der Kontraständerung mit PaintShopPro von 1992.

Take me away sweet babe, hit mit with your white hot light. Irgendwie gibt es da so einen alten Popsong... oder ich habe ihn mir gerade ausgedacht.

P.S.: Da kann doch der Islam nicht mithalten. Mal ehrlich, ich bin monogam und ein Engel reicht mir völlig, 70 Jungfrauen (oder 17), madre de Dios, da wird man doch rammdösig. Soll der Mullah sie doch behalten...

Montag, Januar 16, 2012

Worte der Woche



Die Ehe ist eine wunderbare Errungenschaft.
Hat man ein Problem und erfährt der Ehepartner davon,
hat man gleich noch ein paar Probleme mehr."

Adolf E. Pankraz, niedersächsischer Heimatdichter

Kinderkleidung im Taiwahn

[Wiederholung wie im Fernsehen] Da ich gerade Kinderkleidung mit Sprüchen wie "Ich werde mal Bundespräsident"* gefunden habe bei Amazon.de fiel mir wieder ein, worin ich einen meiner Neffen vor einigen Jahren vorgefunden hatte. Damals hier im Blog berichtet:



Verständigen Sie nicht Interpol, der Text ist nur ein Witzchen. Weil eben der kanadische Werbetexter unterbezahlt und schlechter Laune war. Außerdem sollen US-Familien ihre Problemkinder mit ein paar Tabletten Psychopharmaka hier in Taiwan abliefern. "Steig da die Treppe rauf. Ja, da oben in das Flugelzeug hinein. Ja, dein unsichtbarer Freund Harvey kommt auch mit. Jaaaaaaa sicher wir kommen dich besuchen. Aber klar. Du wirst dich dort wohlfühlen."

* okay, den habe ich mir ausgedacht

Wahl auf der Veranda

Nun ist sie gelaufen, die Präsidentschaftswahl in Taiwan 2012. Auch das Parlament ist mitgewählt worden und Amtsinhaber Ma Ying-Jeou (KMT) ist mit etwa 52% im Amt bestätigt worden und siegte deutlich vor der Herausforderin Tsai Ingwen (DPP), die gerne nicht nur die erste demokratisch gewählte Präsidentin der Republik-China-auf-Taiwan (wie man den Staat nennen könnte, der hier am Samstag gewählt hat) geworden wäre, sondern auch die erste Frau im Präsidentenamt dieses Staates überhaupt. Und sieht man "Taiwan", wie man den Staat nennt, der eigentlich formal "Republik China" heißt, als China an, dann wäre sie damit die erste Frau an der Spitze eines chinesischen Staates seit den Anfängen der Zivilisation geworden - gerne reibt mir meine Frau ja die 5000jährige Geschichte Taiwans unter die Nase. Aber Pustekuchen. Ihre Partei, die DPP, steht für ein in Frage Stellen der guten Beziehungen zu China, für ein Streichen des Wortes China aus Verfassung und Staatsname, aber auch für Demokratie und Freiheit, denn einst hatte die DPP gegen die damals diktatorische KMT angekämpft und einer ihrer Führer, der Anwalt Chen Shui-Bian, ging dafür ins Gefängnis, seine Frau wurde von einem vermutlich von KMT-Sympathisanten geschickten LKW mehrfach überrollt und sitzt heute im Rollstuhl. Allerdings war der selbe Chen 2000-2008 Präsident und sitzt heute wegen Korruption im Gefängnis und seine Frau hat manch einen vom Staate finanzierten Diamantring zu viel am Finger gehabt. Der Lack ist ein bisschen ab bei der DPP-Opposition und so wurde Ma im Amt bestätigt. Ma stand scheinbar 2008-2010 für eine Turbo-Vereinigung mit China, so als solle Taiwan eine Provinz der Volksrepublik werden seiner Meinung nach, doch 2011 war plötzlich wieder Ruhe im Karton. Ich bin verwirrt, steht Präsident Ma jetzt für Ausverkauf Taiwans an China oder doch wieder für die alte Parteilinie der KMT, den sogenannten Status Quo? Will sagen Taiwan ist irgendwie China aber ein eigener Staat und am besten redet man nicht groß drüber.

Stolz können die Taiwaner auf ihr Land jedenfalls sein. Die Insel (mit ein paar kleineren drumherum) ist etwa so groß wie Schleswig-Holstein, hat 23 Millionen Menschen und ist reich und durchtechnisiert. Und hier im Norden atmet sie chinesische Kultur mit Einflüssen aus den USA und Japan. Die Hauptstadt Taipei mit ihrer chinesisch dominierten Kultur scheint so etwas wie ein besseres China zu sein. Selbstbewusster, friedlicher, wohlhabender, freundlicher. Little China mit Zuckerguss und Kirsche.

 Obacht: Taiwan ist das bessere China. Wenn es denn China ist.

Der Unterschied zu China ist die parlamentarische Demokratie und der Pluralismus, den der KMT-Abweichler Lee Teng Hui, der ähnlich wie Gorbatschow eine Demokratisierung der diktatorisch geführten Insel vom Präsidentenamt aus einleitete, eingeführt hat. Im Jahre 1992 gab es erste freie Wahlen und daher konnte meine Frau diesen Samstag wieder ins Wahllokal. Die Schule war es diesmal nicht, wie sonst alle Jahre, sondern witzigerweise die Veranda einer Erdgeschosswohnung. In der schmalen Gasse standen die Menschen diszipliniert Schlange, ein Polizist blickte auf das Treiben (hoffentlich konnte der auch wählen) und fleißige Wahlhelfer halfen den Menschen sich richtig anzustellen. Unbeschreiblich voll war die kleine Veranda, aber alle waren in Schlangen ordnungsgemäß eingeteilt. Eine für den Wahlzettel und dann die große nächste Schlange für eine der zwei Wahlkabinen, dann wieder die kleine Schlange um den Wahlzettel unter den Augen einer Wahlhelferin in die versiegelte Urne zu tun. Philippinische Dienstmädchen fuhren kichernd alte taiwanische Menschen mit dem Rollstuhl ins Wahllokal. Krachend schlug das Fußbrett gegen die Wand, denn die Veranda war viel zu klein. Doch mit großer Ernsthaftigkeit übten die Taiwaner ihre Souveränität aus, nur eine einzige alte Frau kam schimpfend aus dem Wahllokal und alle ignorierten sie und guckten angestrengt geradeaus, während sie herumschrie. Vielleicht war sie sauer dass Generalissimus Chiang-Kai Chek (KMT) aus der Gründerzeit nicht mehr auf dem Zettel stand. Na, der hätte bei so viel ehrlich vergebenen Parlamentssitzen gleich mal in der Kaserne angerufen. Denn unter ihm gab es so einen Trick, dass nur die Parlamentssitze frei vergeben wurden, die nicht zu den 1949 verloren gegangen Wahlkreisen auf dem chinesischen Festland gehörten. Letztere waren für die KMT fest abonniert, schließlich konnten die Wähler auf dem Festland nicht mehr mitwählen, deshalb galt das Ergebnis der letzten Wahl für diese Sitze. Raffiniert, gell?
Heute ist das alles Geschichte. Fotos zu machen habe ich mich nicht getraut, jedoch hat Klaus Bardenhagen, deutscher Journalist in Taipei, ebensolche in seinem Blog: http://www.intaiwan.de/2012/01/15/ein-paar-sekunden-tagesschau-presseschau-am-tag-nach-der-taiwan-wahl/