Mittwoch, November 11, 2009

Dog shelter horror (skewer in mouth)

[German below, Deutsch unten]


English:
Skewer in mouth.
Animal rescuers found this dog in a Taipei county shelter (Taiwan). It had been chewing on some piece of skin or whatever that was, which was tied to some kind of skewer. Not sure why any idiot would put such thing in a dog cage. The result was the dog getting the skewer screwed deeply into his gums, which must have been extremely painful. It was sitting many hours with the skewer and the meat stuck in its mouth and of course no-one from the county shelter people bothered to help.




Click image to enlarge. Note the bloody skin-like object obviously meant for chewing with some kind of sharp stick attached to it.

Later, they just dragged the dog around on a leash, but did not help. When animal rescuers saw that and confronted the shelter personnel, they were just saying "hey, it's only a street dog".
The dog (only 4 months old) was rescued by the animal welfare activists (with help from a professional because the dog was so in pain it did not let anyone near it) and brought to a veterinarian.


In treatment finally. Note the hole from the skewer on the right hand side.

The dog is under supervision by the vet now and is not eating now because of the pain. The infection of the gums is severe, so it is wait and see and hope for the best now.

The photos are from http//www.savedogs.org.




Stray-dogs.org is a dog rescue organization which in a way originated from this blog


German, Deutsch:
Spieß im Mund.
Hunderetter haben diesen Hund in einem Tierheim im Landkreis Taipei (in Taiwan, Quelle:http//www.savedogs.org) gefunden. Irgendein Mitarbeiter des Tierheims hatte einen spitzen Stock oder Spieß in den Käfig gesteckt, an dessen Ende etwas getrocknete Tierhat zum Kauen aufgespießt war. Ziel dieser Aktion war wohl, dem in dem kleinen Käfig gefangenen Hund etwas zum Beißen zu geben, aber das unvermeidliche Resultat dieser blödsinnigen Art und Weise war, dass der Hund den Spieß mit samt der Kauhaut im Zahnfleisch stecken hatte. Stundenlang saß das Tier (erst 4 Monate alt) so unter großen Schmerzen im Käfig und niemand hat geholfen. Schließlich kam ein Arbeiter des Tierheims und hat den Hund nur grob am Halsband durch die Gegend gezogen. Als Tierschützer, die öfter mal die Heime besuchen zwecks Tierrettung, das sahen und den Arbeiter darauf angesprachen, entgegnete dieser nur: "Und, sind doch nur Straßenhunde". Die Tierschützer riefen erst professionelle Hilfe, um das Tier, das niemanden an sich heran ließ, aus dem Käfig holen und zum Tierarzt bringen zu können. Der Spieß ist jetzt entfernt, auf dem Foto unten rechts erkennt man deutlich das stark entzündete Loch im Zahnfleisch. Der Hund frisst jetzt wegen der Schmerzen nicht, jetzt heißt es abwarten und hoffen. Wenn die Entzündung wieder weggeht hätte dem Tier der Spieß letztlich das Leben gerettet, denn in Taiwans Tierheimen werden Hunde am siebten Tag nach Ankunft eingeschläfert (oder auch auf unangenehmere Art und Weise getötet).

Die Fotos sind von http//www.savedogs.org.

Montag, November 09, 2009

Bambusgang-Triade oder der andere Filz?


Als "cute", niedlich, will dieser Kandidat der Kuamintang gelten...


Entscheiden Sie selbst!

Über Demokratien soll man respektvoll reden, also ignorieren sie die Überschrift. Taiwan war vor 1895 maximal lose an das chinesische Kaiserreich angebunden, die meiste Zeit über garnicht, von 1895 bis 1949 dann japanische Kolonie und seit 1949 existiert es als eine Art "Republik China auf Taiwan", weil sich Regierung, Teile des Bürgertums und Militärs 1949 auf die Insel Taiwan abgesetzt hatten, wo die japanischen Kolonialtruppen Befehl von den Amerikanern (die ja schließlich Japan 1945 besiegt hatten) bekommen hatten, sich den Abgesandten der Kuamintangpartei (die die Republik China diktatorisch beherrscht hatte) zu ergeben. Auch nach der kommunistischen Machtübernahme in China (aber eben nicht in Taiwan) blieb die Kuamintangregierung auf Taiwan die einzig international anerkannte chinesische Regierung, bis sich Nixon in den 70er Jahren den Genossen in Peking hingab und Taiwan aus der UN austrat/rausgeschmissen wurde (irgendwie fand wohl beides gleichzeitig statt) und seither fast niemand mehr Taiwan (die Republik China) als eigenen Staat anerkennt.

In Taiwan sind bald Kommunialwahlen und die Straßen mit Wahlwerbung geflaggt.

Hier will ein Kuamintangkandidat gewählt werden, auf dem Foto in Partei- und Landesfarben (die Flagge der Republik China/Taiwan ist mit der Parteiflagge der Kuamintang weitestgehend identisch). Die Kuamintangpartei stellt derzeit den Präsidenten (Ma heißt er) und hat sich über die Jahre vom Status Quo, der Taiwan als irgendwie chinesisch, aber eigenen Staat ansieht, zu prochinesisch und die Vereinigung mit der Volksrepublik China betreibend gewandelt. Vereinigungsverhandlungen finden gerade statt, allerdings nur durch Parteiabgesandte von taiwanesischer Kuamintang und chinesischer Kommunistischer Partei; wegen der Nichtanerkennung der taiwanesischen Staatlichkeit durch die Chinesen.

Hier macht die oppositionelle DPP (Demokratische Fortschrittspartei) eine Wahlkampfveranstaltung in Jhongli. Die Dame auf dem Moped steht auch nur wie ich im Stau, bitte nicht das Kennzeichen nach Peking melden, danke! [Edit: Doch lieber unkenntlich gemacht]

Die DPP sieht die existierende Republik China/Taiwan als schon faktisch existierenden souveränen Staat an (stimmt ja auch, eigenes Militär, Regierung, Steuern etc.) und will sich um internationale Anerkennung Taiwans bemühen. Gezeichnet ist die DPP durch die Korruptionsaffaire des letzten Präsidenten (2000-2008 an der Macht). Die regierende Kuamintang hat sich durch ihre Chinahörigkeit und Untätigkeit in vielen Politikfeldern (Marakot-Taifun, Melanin-Lebensmittelskandal, Rindfleischimporte aus USA) aber auch viele Sympathien vertan. Auch der Schauprozess gegen den DPP-Expräsidenten, bei dem der Richter mitten im Verfahren ausgetauscht wurde und vertrauliche Gespräche zwischen Verteidiger und Mandanten in der Presse (offensichtlich aufgezeichnet und abgetippt) erschienen, warfen in den Augen vieler ein negatives Licht auf die Regierung und viele befürchten einen Rückfall in alte diktatorische Zeiten. Demokratie gibt es in Taiwan seit etwa 1992, noch hat man also die Wahl in Taiwan, ob das so bleibt, ist wegen der Vereinigungsverhandlungen zwischen Kuamintang und Chinas KP ehr unklar.



"Gehen Sie zur Wahl solange das noch geht", möchte man sagen. Wie wäre es mit der Behindertenpartei (gab es jedenfalls 2004) oder der Tierschutzpartei (soll es auch geben)? Oder man wählt halt, ob man die Vereinigung mit China möchte oder nicht und kneift ob der Korruption in Taiwans Politikerklasse (die Kuomintang ist mit der nordtaiwanesischen Triade "Bambusgang" verbandelt, die DPP hatte den Präsidentenfamilien-Korruptionsskandal) beide Augen zu...

P.S.: Viel hübscher als den da oben finde ich ja diese DPP-Abgeordnete way down south in Pingtung: http://www.ly.gov.tw/ly/en/03_leg/03_leg_02.jsp?ItemNO=EN130000&stage=5&lgno=00075

Hier nochmal. Ihre Augen funkeln immer so schön, bevor sie die Kuamintang-Heinis verhaut (http://gbpic.chinareviewnews.com/upload/200804/24/100627883.JPG).

Badezimmerterror

Wer sich für Badezimmer in Taiwan interessiert, kann hier klicken (http://www.wayangtimes.com/taiwan-girl-long-legs-short-white-dress.html), keine Sorge, die freundliche junge Frau mit den zwei Meter langen Beinen, die die Armaturen vorführt, ist voll bekleidet. Meine Frau jedenfalls wollte am Wochenende unsere WC-Spülkästen selbst reparieren, um den Klempner zu sparen. Ein Totalverlust und 1 WC repariert, das dritte konnte rechtzeitig flüchten.
Nein im Ernst, jetzt kann sie es und während uns die Trümmer des einen Spülkastens um die Ohren flogen und ich meine blutenden Wunden versorgte, musste ich auch zugeben, dass MIR der glitschige Kasten entglitten war. Wochenende im Bad verbracht, zwei Verletzte, aber viel gelernt (Frau, nicht ich) und 125 Euro umgerechnet gepart. Na ja, nicht ganz, 100, denn der neue Spülkasten kostet 25.
"Was sagst Du jetzt?" fragte meine Frau, als sie schließlich meine Spülung repariert hatte. "Ich will die Scheidung", antwortete ich. Wieso? Weil ich jetzt völlig das Gesicht verloren habe. Die Frau repariert die Toilette und der Mann steht daneben und will immer nur den Klempner rufen ;-)

Nein mal Ernst, ich habe mich an die Spülkästen nie dran getraut. Komplizierter als ein Warpantrieb, I tell you. Mit dieser Heisenbergkompensatorschraube da oben dran...

Ludigels Unfallzähler (Update)

Da so viele japanische Kunden am Telefon Updates verlangen, habe ich mir angewöhnt, das Wort Update japanisch auszusprechen, also als "Appedätoh" mit besonders kurzem d, also bitte entsprächend lesen. Mein taiwanischer Unfallzäher (http://bobhonest.blogspot.com/2009/10/ludigels-unfallzahler.html) weist bislang 7 gesehende Unfälle (in 6 Fällen nur die Folgen/Trümmer gesehen) in einem Monat und einem Tag aus. Kommt mir recht viel vor. Zweimal war ein Verletzter auf der Straße in zwei anderen Fällen war die (mutmaßlich vorhandenen) Verletzten bereits abtransportiert. 5 der 7 Unfälle hatten mit Mopeds zu tun.

Andererseits war ich im Juli in Deutschland und erzählte meiner Frau gerade noch, dass man in den Kassler Bergen auf der A7 vorsichtig fahren muss, als ich mit dem Leih-Opel Corsa mit 80 Pferdestärken das Gas am Gefälle durchtrat, als das "Tempolimit aufgehoben" Schild kam, da lag auch schon ein Auto angeditscht auf der linken Spur, Polizei sicherte die Unfallstelle.

Und voriges Jahr saß ich beim Griechen in Hannover-Döhren an der Hildesheimerstraße Ecke Peiner Straße (jawoll, da kenne ich mich aus in der Gegend), da sah ich nicht weniger als 3 Unfälle, während ich mein Giros aß, alle auf der großen Kreuzung. Zwei Linksabbigerrumpler und dann will ein Schulkind mit dem Roller über die Straße und wird vom VW-Bus angefahren. Wer Rot hatte weiß ich nicht, vermutlich hatten beide Grün, der VW war links abgebogen und müsste dann ja auf Fußgänger achten. Schulkind wurde vom Sanitäter wieder auf die Füße gestellt, nachdem es verdattert auf dem Bahnsteig saß. Gottseidank hat wohl nur der Roller den VW touchiert gehabt. Also, auch in Deutschland kracht es...

Donnerstag, November 05, 2009

HARRYS KRIEG: Der Zweite Weltkrieg neu erzählt

Harry zieht, mit Sektkübel (oder was immer das ist) auf dem Kopf, in den Krieg. Abschiedsfoto 1939.


Teil 1 einer neuen Serie in Ludigels Formosablog.
Ganz ohne Taiwan und China geht die neue Reihe in Ludigels Formosablog los. Der Zweite Weltkrieg im Taiwanblog. Kann das gutgehen?

Wie schon bereits angekündigt werden die fotografisch dokumentierten Erlebnisse meines Mittelnamensspender und Onkels Harry Hachmeisters hier in Form einer Forsetzungsgeschichte wiedergegeben. Nein, die Geschichte des Zweiten Weltkrieges muss nicht neu geschrieben werden. Eine passende Einleitung ist auch schwer, fast hätte ich geschrieben "Mit etwas Verspätung fange ich heute mit dem Zweiten Weltkrieg an, gestern war ich zu müde" aber dann fiel mir auf, dass das wie eine Zeile aus Konrad Kujaus gefälschten Hitlertagebüchern klingt.

Zuffenhausen bei Stuttgart


Wie der Krieg in das Leben der Menschen tritt, ist sicherlich einer ernsthaften Betrachtung wert. Wann passiert es das erste Mal, dass die Normalität durchbrochen wird? Aber Achtung, trotz des schweren Themas besteht hier Anekdotengefahr, das Leben schreibt die grausamsten und zynischsten davon. Wenn ich hier also den Weltkrieg Nr. II aus der Sicht meines Verwandten wiedergebe, wenn auch angemessen von mir kommentiert, heißt es den Ansatz "Der Zweite Weltkrieg in Anekdoten" zum umschiffen, denn die Präsentation im Fotoalbum meines Onkels scheint manchmal in die Richtung zu gehen - oder vielleicht ist es auch nur meine Sichtweise.

Gehen wir an den Anfang und gucken was passiert; das Ende kennen wir alle. Überliefert ist der Anfang der größten Zivilisationskatastrophe der Menschheit, wie sie -glaube ich- der SPIEGEL einmal genannt hat, von seiten meines Vaters mit einer kleinen Geschichte. Er war mit seiner Großmutter einkaufen, im Kolonialwarengeschäft an einem Mittag des Jahres 1939. Obst und Gemüse und auch Exotischeres gab es dort zu kaufen. "Nehmen Sie noch Bananen, Frau Kobbe!", sagte der Händler, als Großmutter mit der Bestellung fertig war. "Die wird es bald nicht mehr gegeben." In der Tat sollte es bis in die 50er Jahre dauern, bis die Familie wieder Bananen zu Essen bekam. Für Ostdeutsche hat der Krummwarenentzug sogar noch ein paar Jahrzehnte länger gedauert.


Harry, erste hintere Reihe ganz links, hebt noch schnell einen vorm Krieg.

Interessant ist es, wenn man sich die Kneipenfotos genau anguckt. Das folgende Foto, wohl das ältere der drei Kneipenbilder, hat nämlich (links neben dem Fenster) ein Coca-Cola-Reklameschild. Später ist es abgenommen! Ein Amerikaner hat einmal gesagt, zivilisierte Länder könne man daran erkennen, dass sie Coca Cola verkaufen. Weil es eben in Iran und Iraq etc. keine gab. Nun ja, Deutschland nahm das Colaschild ab, die Amerikaner waren dier Feind, ab jetzt gab es teutonische Brause mit bitterem Nachgeschmack.




Harry, wohl vorne links am Tisch und über ihm die Colareklame. Macht sich komisch zu Uniformen Nazideutschlands...



Dann sieht man Harry auf der Abfahrt nach Stuttgart (wo ihn erstmal die Feierstunde oben erwartete) in den Ascher im Zug starren. Was hat er gedacht, bei der Abfahrt aus dem heimatlichen Großraum Hannover? Das dritte Reich war noch jung, die meisten Verbrechen noch nicht begangen, Deutschland war ein paar Jahre vorher noch für die Olympiade in Berlin bewundert worden. Viele fühlten, Deutschland "sei jetzt wieder wer" und habe es den Franzosen mit ihrem überkanditelten Versailler Vertrag gezeigt. Schließlich sollte Deutschland in dem Vertrag von 1919 bis 1990 (!) Reparationen zahlen.

Hitlers Bedienungsanleitung, das Buch "mein Kampf" hatte ja kaum jemand gelesen. RTFM sagt man im Englischen. Read the fucking manual.


Eins ist jedenfalls klar, die kesse Stirntolle kam ab. Trotzdem werden wir Harry im Folgenden auf fast allen Fotos lächeln sehen, immer schwebt er über den Dingen und dadurch erscheint der Zweite Weltkrieg in seinem Album fast wie ein spannendes Abenteuer. Auf geht's auf die wilde Reise, die von Deutschen verursachten Greul können wir an dieser Stelle noch nicht sehen. Für ihn wird es gut ausgehen, ich kenne ihn aus den Siebzigern als 1.80 großen Hühnen (das war damals groß), der fast immer nur scheeweiße Kleidung trug, ein weißes Chrysler-Cabriolet (oder sogar zwei) mit roten Ledersitzen hatte, Tennis spielte, eine kleine Segeljacht hatte und in einem tollen Bungalow am Steinhunder Meer wohnte. Gestorben ist er, als er eines Morgens nach dem Frühstück, erst knapp über Sechzig plötzlich wieder Hunger hatte. "Ich habe so einen Riesenhunger auf Brötchen", waren seine letzten Worte und entschwand in der Küche. Da wurde er von seiner Frau tot neben der Brötchentüte auf dem Boden gefunden. Aber bis dahin ist es noch lange hin, jetzt fährt Harry erstmal ab.

Bis bald im nächsten Teil.


EDIT: Was steht auf dem verdammten Kasten im Hintergrund drauf? Jegotrtlen? Siegotrtlen? Siegertrtlen? Macht mich verrückt, wenn ich etwas nur fast aber nicht ganz lesen kann...
Update: Dieses Sütterlin ist schwer zu lesen. "Sigelultra" heißt das wohl. Sigel ultra ist noch heute ein Fotopapier! Ist also wohl ein Postkartenautomat!

EDIT2: Wie ich anhand weiterer Fotos feststellen konnte, zeigt das Bild mit der Cola-Reklame die selbe Kneipe, aber im Jahr 1941! Mitten im Krieg hatte man also die Colareklame aufgehängt. So kann man falsch liegen. Schuld ist Harry, der hat nicht sortiert.


Mittwoch, November 04, 2009

Ab durch die Wand mit dem VW!

Die hohe taiwanesische Fahrkunst, von der ich ein großer Bewunderer bin, hat einen neuen Gipfel erreicht. Im Mittagspausen-TV war gerade ein VW-Bus zu sehen, der im Parkhaus im Einkaufszentrum eine Pappmachewand durchbrochen hatte und auf der Rampe hing, über die die Kunden ihre Einkaufswagen hoch oder runter schieben, wenn sie die gastliche Stätte betreten.


Wand oder Panzer sollten immer Vorfahrt haben!
Foto: Harry Hachmeister, neuer Hofphotograph vom Taiwanblog

Wie nun das? Schließlich hatte das Ding Automatik, damit auch feinmotorisch komplexen taiwanesischen Fahrer damit klar kommen. Das Auto ist schuld, klarer Fall, so verkündet das Fernsehen, der Fahrer hatte das Gaspedal angeblich in der Fußmatte verhakt, da ist die Geschichte wohl von dem Toyotarückruf der neulich diesbezüglich in den Medien war inspiriert und entsprechend musste er mit Vollgas die Wand durchbrechen, weil das Pedal in der Fußmatte steckte. Klar. Musste. Man gibt ja auch im Parkhaus Vollgas und verhakt sich dann im Plüschteppich von Schwiegermama.

Gleich nachher müssen wir unser Auto überprüfen, sagt Frau. Klar. Klar. Ist zwar ein Nissan und auch teppichseitig ehr zurückhaltend, aber OK. Machen wir alles.

Eure
Nissan und Isolde

Gott ist das heiß

Mittlerweile nicht mehr, jetzt sind 15 Grad oder so und es ist windig, prompt bin ich wieder mal erkältet, haben ja auch keine Heizung zuhause und Weib reißt ALLE Fenster auf. Zugluft erkennt man wohl in Taiwan nicht als gefährlich. Wundert mich nicht, wenn Frau sagt, ihr tun immer die Knochen weh, wenn sie immer im Zug sitzt. Halt, anderes Thema. Ein paar Tage vorher war es gruselig heiß, 30 Grad im Schatten mit Kühlschrank auf...

Einer unserer zwei*** Huskies ("unser" bezieht sich hier auf Stray-dogs.org, die in diesem Blog enthaltene Straßenhundrettung), war völlig genervt, siehe Bild. An der Kette ist sie nur wegen Fütterung, da kann man die Hunde am Besten fotografieren. Das arme Ding haben wir später in unseren Hundeopel Corsa mit Klimaanlage verfrachtet und zu einer Aktivistin gefahren, die die Hündin jetzt zuhause hat, wo es kühler ist (den anderen Husky gleich mit). Der Husky-Rüde ist schon so gut wie vermittelt und die Hündin wartet noch auf einen Adoptierer...

***Unser dritter Husky ist ja mittlerweile Militärhund, wie ich auch schon mal geschrieben habe.

Dienstag, November 03, 2009

Blockschöne verheiratet

M. gilt als die Blockschöne in unserem Cubicalblog. Liegt in erster Linie an ihrem Gesicht, das so schön ist, dass es wie die aufgehende [Konsalik-mode on] Sonne nach einem verregnten Taigamorgen [Konsalig-mode off] ist. Nun ist sie frisch verheiratet, hat eine neue Frisur, die Haare wieder gefärbt und strahlte heute Morgen dermaßen hell, dass ich eine leicht versenkte Netzhaut habe. Liegt auch an ihrem extremen "Ist die Welt schön"-Lächeln, wenn sich ihr kleiner roter Mund öffnet und eine Reihe blitzender weißer Zähne zeigt (deren Lampenreflexion das Ablesen am Bildschirm schwierig macht). Nein, Spaß beiseite, sie hat eines der hübschesten Gesichter, dass ich jeh gesehen habe und ihre übermäßig gute Laune an ihren ersten Ehetagen zeigt, wie viel einfacher doch eine monokulturelle Ehe ist. Ich erinnere mich, dass ich in meinen ersten Ehetagen wirkte wie ein Stadtstreicher nach Genuss eines aufgefundenen verunglückten Spirituosenwagens, hatte strubbeliges Haar und blauen Flecken.

Andererseits weiß man ja nicht, wie ihr Mann heute Morgen aussieht...

Grüße von der Ehefront,

Ludigel

EDIT: Oh Schreck, Frau hat sich diesen Artikel mit Babelfish übersetzt. Und jetzt kriege ich's.... Hülfe, ich sitze im Schülfe!

Freitag, Oktober 30, 2009

Drogensüchtige Langnase hat 136kg Kokain im Safe

Ein Kanadier (es sind immer die, die hier auffallen) wurde angeblich mit 136kg Kokain im Safe verhaftet. Muss ein verdammt großer Safe gewesen sein! LINK: http://www.chinapost.com.tw/taiwan/local/taipei/2009/10/30/230698/English-teacher.htm


Von den Maschenschaften der "Englishy Teachur" kann man sich nur mit Grauen abwenden! Im Sinne von "den Rücken kehren", äh never mind


Herrlich finde ich, dass der Artikel "English-teacher.htm" heißt. Womit der Ruf der Englischlehrer mal wieder herrlich demontiert ist. Ich bringe morgen Puderzucker mit in die Firma und werfe damit rum. Als damals ein paar Kanadier verhaftet wurden, die sich Koks in Paketen zusenden ließen und auf Schickeriaparties verkauft haben, habe ich glatt böse Blicke auf der Straße geerntet, weil der Apple Daily, ein Revolverblatt, damals geschrieben hatte, Ausländer verkaufen Drogen an unsere Kinder! Die beiden Kanadier waren natürlich auch Englischlehrer.

Wo3 bu2shi4 lao3shi1 ! Ich bin kein Englischlehrer! Keine Ahnung, ob ich jetzt die Tonzeichen (als Zahlen geschreiben) richtig habe, diese aus der VR China stammende lateinische Umschrift kann hier sowieso keiner lesen in Taiwan.

Apropos Zahlen, die westlichen Maße wirft man in Taiwan gerne durcheinander, es sind wohl nur 136 Gramm, so sollen sie jedenfalls im Originalartikel stehen (http://news.chinatimes.com/2007Cti/2007Cti-News/2007Cti-News-Content/0,4521,110503+112009103000156,00.html).

Im Voraus eine weiße Weihnacht,
Ludigel

EDIT: Scheinbar hatte der intelligente junge Mann vom Lande Leuten, die wie Junkies aussahen, eine Einladung zu einer seiner Feten in die Hand gedrückt, wo sie dann diskret Drogen von ihm kaufen konnten.

"He da, Sie, ja Sie, den ich noch nie zuvor gesehen habe. Sie sehen aus wie ein Junkie! Ich bin Drogenhändler, hier ist meine Karte, aber wehe Sie arbeiten für die Polizei"

Na, Darwin lässt grüßen. Und wieder ein Genie, das auf meine Kosten (wo3 shi4 Steuerzahler!) hier x Jahre lang Reis essen will!

Quelle: http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=83275&start=60

EDIT2: Die Ausländergemeinde streitet gerade, ob im Chinesischen nun Gramm oder Kilogramm steht. Nun, ich sage es mal so. Ab dem sechsten Jahr sind es Kilogramm....

EDIT3: Derzeit tendiert die Diskussion zu 1.36 Gramm statt Kilo. Ich berichte wieder, wenn wir im Milligrammbereich sind. Wir sind hier einer großen Sache auf der Spur.
Euer Inspektor Flemming, Scotland Yard.

Xiaojie-Cluster


Linux-Cluster hatten wir neulich im Blog schon, aber viel interessanter sind die Xiaojie-Cluster. "Xiaojie" ist Chinesisch und heißt "Fräulein", ein hier für alle jungen und mittelalten Damen, egal ob verheiratet oder nicht, ein gebräuchlicher Term. Mir ist nämlich aufgefallen, dass sich, jedenfalls hier in Taiwan, die jungen Damen grundsätzlich nach Ähnlichkeit clustern. "Klumpen" sozusagen. Will sagen, wenn man sehr attraktive in girliehafter Hohe-Absätze und Minirockmode hat, dann sind immer ALLE aus der Runde in der Kantine dieses Typs. Hat man hübsche aber verhülltere, dann sind auch ALLE dieser Bauform. Dann gibt es die Mittelhübschen, die mittelhübsch kurzberockten, die "mama-huhu"-aussehenden Damen (Mama-Huhu heißt wörtlich "Pferd, Pferd, Tiger, Tiger" hier in Taiwan und bedeutet "geht so" oder ähnlich (nicht speziell auf Damen bezogen) und dann gibt es die Dickencluster und die ehr Ungeflegten-Cluster (Gott ist barmherzig, daher gibt es die selten). Wie das bei den Herren ist, weiß ich nicht, die gucke ich nie an. Ich selber, ich armer Tropf, kann mich nicht clustern, hier gibt es sonst keine gerade noch Mama-Huhu-Langnasen mit Bauchansatz und Hans, der Kollege, der aber Taiwanese ist und sich mit mir zum Essen clustern wollte, dem habe ich die kalte Schulter gezeigt. Timeout im Cluster sozusagen.

Hatte ihn ja gewarnt, dass mir in Taiwan nur Nudelsuppe und Mädels gefallen. So, Apfelpause vorbei, zurück zum Schreiben der Anleitung über das Linuxcluster...

Donnerstag, Oktober 29, 2009

Distanzburger

Von Fischmac, ChickenMcRib und RonaldMcGarbage mit dreifach Käse haben sie sicher schon gehört. Nun, mir geht es wie vielen Ausländern in Taiwan, ich bin daheim (in Deutschland) nicht in die Fastfoodschuppen gegangen, aber hier in Taiwan vor lauter Reis und gelegentlich Nudeln, alles kleingeschnitten und weich und süß, gehe ich ganz gerne zu Burger King, da schmecken die Burger besser als bei McKinderpapp finde ich. Außerdem habe ich ja noch immer diesen Alptraum aus unserer Anfangszeit in Taiwan, also von Kostgeld für Schwiegermama die Rede war, bis alle gemerkt haben, dass ich zwar "weiß" bin, aber dass nicht alle Weißbrote mucho dinero auf el Banko haben und mein Rolls auch gerade in der Werkstatt mit Motorschaden war etc.


Mickey schwenkt auf Luxusarmbanduhr die Flagge der Republik China (die Taiwanesische ist das sozusagen) und ich schwenke die kulinarische Weiße, besiegt von Ronald McDonald und seinen biologischen Kampfstoffen


Also bringe ich mir immer mein Upway***-Pappbaguette mit viel Gründzeug und wenig Auflage oder meinen Burger mit, wenn wir Schwiegermama besuchen.
Schwiegermama macht es mir aber zusehens schwerer, letzte Woche gab es köstliche dicke Nudeln in brauner Soße mit Fleisch und diese Kochfleischbällchen, die mit einem Teigtaschenteig ummantelt sind, wohl aus Reis - die Kugeln sehen dann etwa so wie Seeminen aus. Doch ich kaute unverdrossen auf meinem Cheeseburger mit extra viel Pappmaschee und das trockene Zeug wurde im Mund immer mehr, der Weg zu Burgerking war mir zu weit gewesen und so hatte ich mich wieder mal zu McDagobert gewagt. Schließlich stopfte ich mit Tränen in den Augen ein paar Pommes Frittes (Amerikaner nennen sie auch Guantanamo Fries order so), frittierte Franzosen in den Burger und füllte etwas Ketchup nach, damit das Ganze etwas Konsistenz und Geschmack bekam. Grinsend kaute meine Verwandtschaft inklusive Frau auf Schwiegermamas Nudeln und köstlichen Seeminen herum, während ich mich mit der McPappe abmühte.
Nächstes Mal will Schwiegermama mich am Stuhl festbinden, sagt meine Frau. Und von Kostgeld würde schon seit Jahren keiner mehr reden.

Aber wehe es gibt dann wieder diesen glotzäugigen Fisch...

***Name von der Redaktion geändert

Für Uhrologen: Hier ist die Uhr besser zu sehen: LINK

Flight gurdian wanted, Flugpate gesucht!

English:

We from stray-dogs.org could use a flight guardian (a person bringing a dog on his name on the plane) in November flying to San Francisco (from our Taoyuan intern. airport).

A flight guardian does not need to do much, the dog will be registered on his ticket as luggage by us and we will bring it through customs here and pay all expenses. In SF, you will pick it up from the baggage claim and then push it with a wagon through customs (we have all papers prepared) where a person assigned by us will take it over. No hassle, did that many times.

Please notify me by email: kontakt@teichert-online.de or via the comment section below.

Thanks!

P.S.: Must be a direct flight. China Airlines is usually cheapest and thus preferred by our foster people, who pay out of their own pocket.



The dog this is about is Bangciao, she is 12 years or older and was originally a stray dog living at a school around Taoyuan county where she any several other older dogs were being fed by the kids. One day however, a school board members or likewise appeared and had threatened to call the dog catchers, which would remove the dogs and bring them so a "shelter" where they are usually killed after seven days. However dog savers saved them and after going through more hand and trouble finally three of the dogs were rescued by us, stray-dogs.org, where we nurished them to perfect health. We now found a final home for Bangciao and we would love her to have a real home of her own during the last years of her life, as she never had a home and family of her own.
Remember, the new family is already waiting, we only need someone to bring her to SF where she will be picked up!


photo: Feeding time, the only time we put them on a leash in our dog place


Stray-dogs.org is the dog saver organization of Ludigel's Taiwanblog... ;-)



Deutsch:

FLUGPATE GESUCHT

Wir von Stray-dogs.org suchen einen Flugpaten für November von Taipei nach San Franzisko. Ein Flugplate ist einfach jemand, auf dessen Namen wir einen Hund als Gepäck reisen lassen. Wir tragen alle Kosten. Der Flugpate muss am Flughafen bei der Abreise nichts machen, dass machen wir alles und nimmt am Zielflughafen den Hund (in der Box natürlich) von der Sperrgepäckausgabe entgegen und schiebt ihn durch den Zoll (alle Papiere schon vorbereitet). Wir haben das schon x-mal gemacht und es geht völlig reibungslos. Hinter dem Zoll wartet dann schon der neue Besitzer.

Wer also im November 2009 von Taipei Flughafen nach San Franzisko reist, bitte per Email (kontakt@teichert-online.de) oder per Kommentarspalte bescheid geben, danke!

P.S.: Muss ein Direktflug sein. China-Airlines ist am Billigsten und daher von unseren Pflegerinnen bevorzugt, weil die aus eigener Tasche zahlen.


Mittwoch, Oktober 28, 2009

Leifenpanne!

Eigentlich ist gestern Abend garnichts besonderes passiert, aber vielleicht gibt ja gerade das einen Einblick in das Leben in Taiwan und Taipei im Besonderen. In 18 Autofahrerjahren von Deutschland 1986-2004 hatte ich nur 3-4 Reifenpannen, aber in meinen 5 Jahren Taiwan seither hatte ich jetzt auch schon drei oder vier und so stand gestern Abend unser Nissan SUV mit einem platten Reifen in der Tiefgarage, es erwischt immer den vorne links. Fast neu sind die Reifen noch, ärgerlich. Nun gut, endlich konnte ich mal meiner Frau zeigen, wozu die spannenden kleinen Sachen hinten im Kofferraum sind (Wagenheber etc.) und welcher Mann spielt nicht gerne mal das ... äh.... reifenwechselnde Mannsbild vor bewunderndem Weibe. Der aufgezogene Notreifen mit wenig Luft konnte allerdings kaum das Auto halten (ein 145er or so Reifen und drei 215er sehen wirklich merkwürdig aus) und so suchten wir schnell eine Reifenwerkstatt.

Überall in Taiwan sind kleine Reifenläden oder wenigstens Werkstätten, kein Wunder bei den vielen Reifenpannen. Ich selbst wäre sicher bei der großen Bridgestone-Werkstatt gelandet, aber meine Frau machte mich auf diese kleine Werkstatt aufmerksam, im Untergeschoss mit nur ein paar Ölflaschen und ein bischen Werkzeug augestattet. Während meine Frau und "Laoban" (Chef) den Reifen begutachten und den drin steckenden Nagel finden...

Sitzen im Hintergrund seine Frau und Tochter. Wie oft in Ladengeschäften in Taiwan ist der Laden oder die Werkstatt eine Mischung aus Geschäft, Rumpelkammer (viel privates Krimskrams stapelt sich hinten links an der Wand, man erkennt es nicht richtig) und Wohnzimmer, in diesem Fall sogar noch mit Kochnische, denn Mutter und Tochter waren angeregt am Kochen (klein auf dem unteren Foto zu erkennen)...



Alles findet in der kleinen Werkstatt statt, obwohl die eigentliche Wohnung erst dahinter liegt. Auch Privatleute haben oft so einen Eingangsbereich zwischen Garage, Rumpelkammer und Wohnzimmer, das ist typisch für Taiwan. Man entschuldige die unscharfen Handyfotos, aber mit Kamera und Blitz wollte ich niemanden stören. Sind ja nicht im Zoo hier.
Irgendwie haben die Taiwanesen etwas von Kindern, die es auf dem Dachboden am gemütlichsten finden, zwischen alten Sofas und Koffern und Opas Krimskrams. Unser Wohnzimmer ist auch so eine Art Rumpelkammer, ich gebe es gerne zu, taiwanesisch eben. Wer nicht zu ebener Erde wohnt hat das aber weniger, da hat man dann ordentliche Wohnstuben. Wo die bloß ihr Zeug dann lassen?

Nach deuter Lebensart graute es mir bei dem Gedanken, wie wohlig die Familie da beisammen ist, denn...

... an der Straße war eine schreckliche Smogluft, weil die vorbeibrausenden Zweitaktmopeds (zu später Stunde waren es schon weniger geworden) und die katalysatorlosen PKWs neben Lastern eine gruselige Gestankswolke erzeugen, die durch die Hochstraße (oben links im Bild) kaum abziehen kann. Alles übrigens in Jonghe, Taipei. Doch Taiwanesen stört das nicht, während ich damals einen Kreislaufkollaps und Hautkrankheiten hatte, als wir 2004-05 an einer vielbefahrenen Straße gewohnt haben.

Nach 30 Mintuen war alles vorbei und der Reifen gestopft. Hier stopft man einfach, schließlich fährt man auch nicht so schnell wie in Deutschland. Verblüffend der Preis, nur 200 Taiwandollar, das sind gerade mal 5 Euro ungefähr! Wovon leben die Leute bloß? Wer aber Taiwan kennt, der ahnt schon, dass sie vielleicht des Morgens einen mobilen Frühstücksstand irgendwo haben, neben dem die Mopeds anhalten auf dem Weg zum Büro oder dergleichen. Arme Leute sind es nicht, dass darf man sich nicht falsch vorstellen. Ein mittelneuer glänzender Ford Mondeo mit allerlei Tuning-Schnickschack stand in der Einfahrt und so eine Wohnung Parterre in Taipei ist auch nicht gerade billig...

Na ja, bei den vielen Reifenpannen lohnt sich das alles ja scheinbar...

Dieser Blogbeitrag soll nicht irgendwie abwertend klingen, man wundert sich nur, wie das alles bei den geringen Preisen funktioniert. Das ist eben das Wunder Taiwan.

Euter, Scooter


Taiwan erlaubt die unbeschränkte Einfuhr von amerikanischem Rindfleisch, manche Taiwanesen demonstrieren dagegen und der Chef der amerikanischen Vertretung in Taiwan lässt verkünden, die Taiwanesen sollten sich lieber um ihre Mopeds Gedanken machen, die seien viel gefährlicher als Kühe; amerikanische Kühe seinen sicher.


Junge Taiwanesen beim Milchkonsum in der Gruppe. Die Angst vor einen Razzia steht den Menschen ins Gesicht geschrieben.... ;-)

"Eben nicht", möchte man da entgegnen, jedenfalls nicht vorm Schlachter, und es ist auch besser es fällt einem ein Moped auf den Fuß als eine amerikanische Kuh (besonders wenn mit hohen Absätzen), aber die TAIPEI TIMES hat eine viel bessere, subtilere Entgegnung parat und überschreibt den Artikel mit UDDER NONSENSE (statt "utter nonsense"), auf Deutsch etwa "EUTER NONSENS" statt "ÄUSSERSTER NONSENS": http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2009/10/28/2003457028
Fällt bestimmt nicht allen Lesern auf :-)

Apropos zynisch

Also, für einen Expat ist es ganz natürlich zynisch zu sein, Zynismus ist schließlich gegen gesellschaftliche Grundwerte gerichteter Sarkasmus, das Letztere eine herabwürdigende Stilform und wenn die gesellschaftlichen Grundwerte nicht die eigenen sind, wie hier in Asien, ist man schnell Zyniker.
Außerdem ist das Leben viel, viel zynischer als ich je sein kann. Siehe hier (http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,657563,00.html), eine Mannschaft fußballspielender ERDNUSSverkäufer wird in Lateinamerika für eine paramilitärische Einheit gehalten, entführt und umgebracht. Geht es noch zynischer, wenn man da oben im Himmelszelt sitzt und das alles lenkt?


Latrine läutet Sturm.

Deswegen habe ich schon in frühester Kindheit beschlossen, keine göttlichen Entitäten anzubeten***. Entweder sind sie desinteressiert und lassen uns alleine rummachen, ohne Eingriff oder sie denken sich all die Grausamkeiten aus. In ersterem Fall sind die Götter dann ehr hoch wohnende Nachbarn, aber nicht anbetungswürdig und im zweiten Fall würde ich ihnen maximal eine Latrine weihen, aber keine Kirche.


So, bäh.

*** Höchstens auf Gegenseitigkeit. Ein Wunderchen hier gegen ein kleiens Gebetchen etc.