Dieser Tage geschehen merkwürdige Dinge. Norddeutsche essen ihr Schnitzel nur mit Pommes und lassen den Salat zurückgehen (wegen des wenig witzigen Angriffs der spanischen Killertomaten) und ich habe gestern im Roadies (
http://www.roadiescafe.com.tw/) meinen schon fast bestellten Tequila Sunrise in einen Long Island Tea umgewandelt, weil Cola mit Gin, Vodka und Rum irgendwie gesünder klingt als ein Drink mit Orangensaft. Hintergrund ist die Verseuchung fast aller Getränke, Marmeladen, Marmeladengebäcks und sogar von Medikamenten mit Flüssigkunststoff (
http://bobhonest.blogspot.com/2011/05/soft-drinks-in-taiwan-hoch-belastet.html), der statt Palmöl als Verdickungsmittel genommen wurde. Auch Orangensaft soll, wenn er im Glase ohne das falsche Palmöl sei, längst nicht so schön orange leuchten wie der industriell gefertigte O-Saft hier immer im Glase scheint. Sport- und Milchgetränke und auch Milch selbst sind betroffen, die Taiwanesen haben sich so gut wie alles plastiniert. Verzweifelt stand ich im Supermarkt an der Milchtheke, mir dürstete nach Milch und Joghurt, es gab aber nur Plaste und Elaste aus dem Taiwahn, Fling Wongs Plastiksoße mit Kuh drauf und Hong Lungs Plastikcreme mit roten Kunststoffspänen alias Erdbeerjoghurt. Also muss ich wohl in Zukunft meine deutschen Kalziumtabletten schlucken, denn auch in Vitaminpräparaten ist der Plastikkleber drin.
Plaste-Versorgungsstation in Taiwan
Die Leutchen sind mittlerweile verhaftet, die Palmöl durch Plaste und Elaste ersetzt haben und haben wohl die Todesstrafe zu erwarten. Schwangere Frauen hier haben die zwölffache Konzentration der Plastizide in sich getragen als US-amerikanische Frauen, wurde irgendwo berichtet. Das fruchtschädigende Zeug soll zu Missbildungen geführt haben, ein Säugling mit zu kurzem Penis wurde in den Medien genannt - auch wenn man im Einzelfall die Ursache wohl nicht wird beweisen können. Die Taiwanesen sind aber so sauer, die legen die Verursacher aber trotzdem um denke ich, von wegen Beweisnot.
In der Familie meiner Frau war neulich eine Geburt wo dem Kind der Darm missgestaltet war, es konnte operativ korrigiert werden (Darmausgang fehlte), die Schwester meiner Frau hatte schon vor Wochen geschimpft, lange bevor der Skandal bekannt war, dass die Mutter immer Softdrinks während der Schwangerschaft getrunken habe, was man nicht tun solle. Interessant, wie die Instinkte hier die Laboranalyse vorweg nehmen.
Auch Tee an den zahlreichen Frühstücksbuden und Straßencafés ist betroffen, zeitweilig konnten die richtig Kasse machen, weil Leute von ihnen statt aus dem Supermarkt gekauft haben, aber heute morgen die Nachricht, auch deren Produkte seinen plastiniert.
Statt Erschießen hätte ich einen Alternativvorschlag, die Unternehmerbande als Mahnmal des Raubtierkapitalismus in Kunstharz eingießen und vor dem 101-Hochhaus in Taipei ausstellen. Oder wie wäre es mit "lebendig plastiniert" von diesem eigenartigen Leichenplastinierer aus Deutschland?
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Und wie vormals bereits bemerkt, unzählige junge Frauen hier in Taiwan haben Probleme Kinder zu kriegen, wir haben es von unzähligen Kolleginnen gehört in der Firma, die Leute rennen zu buddhistischen Wunderheilern und teuren Privatärzten, um sich behandeln zu lassen. Wir auch, eine wahre Odyssee der magischen Pülverchen und veritabel rülpsenden Priester und Wunderheiler haben wir schon hinter uns. Und die Tabletten, die meine Frau vom Privatarzt bekommen hat, haben auch das Plastik als Bestandteil, das einerseits Empfängnis erschwert durch das Klebemittel und andererseits durch die Inhaltsstoffe fördern soll.
Taiwan ist vielleicht ein Musterbeispiel, wie die Menschheit dereinst aussterben wird. Nicht durch Meteore oder Sturmfluten, sondern durch Gift im Essen, das unfruchtbar macht.
Wenig erheiterndes heute Morgen. die Geschäfte sind alle noch genauso voll mit Softdrinks und Plastikjoghurt wie eh und je. Im Fernsehen zeigten sie, dass Industiejoghurt hier im Taiwahn nur ein wässriges Zeug wäre, das kein Mensch verzehren würde. Diverse Beigaben, unter anderem eben flüssiger Kunststoff, haben ihn erst cremig gemacht. Lecker! Die Regierung hat die Großhändler aufgefordert, Produktrückruflisten zu machen. Das klingt so, als sei es freiwillig, Firmen sollen (will sagen: können wenn sie wollen) die Plastikfreiheit ihrer Produkte nachweisen. Aber mich erstaunt wie die Leute einfach ihren gewohnten Tee aus dem Regal nehmen und ein Joghurt dazu, als ob nix gewesen sei.
Taiwanschokoriegel lasse ich in Zukunft auch weg, kaufe nur noch Importware, bei dem Zeug fand ich schon immer, dass die Chemie durchschmeckt. Mein Twix am Wochenende hatte Made in RUSSIA auf der Packung, da kann ja nix schief gehen.
Grüße aus dem plastinierten Osten,
Ludigel
http://taipeitimes.com/News/front/archives/2011/05/30/2003504506
(Nach diesem Artikel klingt es so, als ob nicht nachweislich flüssigplastikfreie Produkte aus den Regalen verbannt würden. Aber in Taiwan werden Vorschriften i.A. nicht so streng gehandhabt wie in Mitteleuropa, daher bleibe ich skeptisch).
Ältere Artikel weisen z.T. stark ansteigende Krebsraten in Taiwan in den letzten Jahren aus. Der Flüssigplastikstoff DEHP erschwert nicht nur die Empfängnis und ist leibesfruchtschädigend,
er ist auch krebserregend:
http://www.earthtimes.org/articles/news/336684,plane-crashes-saudi-arabia-280-cent-blames-betel.html
http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2008/04/12/2003409054
Vorheriger Bericht:
http://bobhonest.blogspot.com/2011/05/soft-drinks-in-taiwan-hoch-belastet.html